Fortinet lässt seine eigenen Produkte mit Hilfe von KI-Modellen auf Schwachstellen prüfen und hat am 21. und 22. Oktober 2026 Updates für FortiOS, FortiManager, FortiAnalyzer, FortiMail und FortiAuthenticator veröffentlicht. Sie beheben kritische und hohe Schwachstellen. Welche das sind, sagt der Hersteller erst am 10. November. Wer eine FortiGate betreibt, hat damit eine Frist.
Der Hersteller lässt zuerst die Maschine suchen
Wie Fortinet im Juni schrieb, arbeitet der Hersteller dafür mit mehreren KI-Anbietern zusammen, darunter Anthropic und OpenAI. Im Oktober nennt er zusätzlich Google und SpaceX. Die Modelle durchsuchen unter anderem den Quellcode nach Fehlern. Bis Ende Juni waren es über 100 Prüfungen am Quellcode von 30 Produktfamilien. Jeder Fund wird von Menschen nachgeprüft. Laut Fortinet waren rund 40 Prozent der Funde echte Schwachstellen, 30 Prozent Fehlalarme und 30 Prozent Hinweise zu bewährten Sicherheitspraktiken.
Der Grund steht offen im Text des Herstellers: Dieselbe Art KI wird auch für Angreifer verfügbar. Unsere Folgerung daraus: Wer die Lücken im eigenen Produkt nicht selbst findet, überlässt das anderen.
Warum der 10. November die letzte Frist ist
Am 10. November veröffentlicht Fortinet die Sicherheitsmeldungen mit den Einzelheiten. Ab dann wissen alle, wo sie suchen müssen. Fortinet schreibt, dass KI-Werkzeuge Angreifern helfen, Patches zurückzurechnen und funktionierende Exploits in Stunden oder Tagen statt in Wochen zu bauen. Sie können zudem mehrere kleine Schwachstellen zu einer gefährlichen verketten.
Schon im Juni nannte Fortinet Zahlen aus der eigenen Bedrohungsforschung: Bei kritischen Ausbrüchen vergingen zuletzt 24 bis 48 Stunden bis zum ersten Angriff, 2024 waren es im Schnitt noch 4.76 Tage. Wer erst nach dem 10. November mit der Planung beginnt, liegt also bereits zurück. Fortinet selbst bittet darum, die Updates als vorrangige Änderung zu behandeln und nicht als Routinewartung, und zwar sofort und zuerst für Systeme, die aus dem Internet erreichbar sind. Der 10. November ist also nicht die Empfehlung des Herstellers, sondern der Tag, ab dem es eng wird.
Welche Versionen die Lücken schliessen
- FortiOS: 8.0.2, 7.6.8, 7.4.13 und 7.2.14 oder neuer.
- FortiManager und FortiAnalyzer: 8.0.2, 7.6.8, 7.4.12 und 7.2.13 oder neuer.
- FortiMail: 8.0.2, 7.6.7 und 7.4.9 oder neuer. Für 7.2 gibt es keinen Fix, der Weg führt auf 7.4 oder neuer.
- FortiAuthenticator: 8.0.4 und 6.6.11 oder neuer.
Was Du bis dahin tun solltest
- Spiel das Update jetzt ein. Lies die Versionshinweise, sichere die Konfiguration und lege ein Wartungsfenster in den nächsten Tagen fest, spätestens vor dem 10. November.
- Nimm die Verwaltung aus dem Internet. HTTPS und SSH für die Administration sollten nur aus vertrauenswürdigen Netzen erreichbar sein. Die Verwaltung von FortiManager darf aus dem Internet nicht erreichbar sein.
- Sichere die Administratorkonten. Jedes Konto braucht ein eigenes, starkes Passwort und eine Mehrfaktor-Anmeldung.
- Behalte im Blick, dass Schutzmassnahmen das Update nicht ersetzen. Fortinet sagt selbst, dass sie das Risiko nur senken.
Wir rechnen damit, dass weitere Hersteller ihre Produkte auf diese Weise prüfen. Für jeden Betrieb heisst das: Ein Update für die Firewall muss in Tagen eingespielt sein, nicht erst im nächsten Quartal. Wenn Du nicht sicher bist, ob bei Deinen Fortinet-Geräten jemand das Update eingeplant hat, erreichst Du uns über das Kontaktformular.
Quellen: Fortinet-Blog, Carl Windsor, «Fortinet Releases Security Hardening Release for Multiple Products» vom 21. Oktober 2026 und «Update on Fortinet Use of Frontier AI» vom 30. Juni 2026.


