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Der Fehler, den Du selbst behebst

Illustration: Suchmaschine mit bezahlter Anzeige, die auf eine gefälschte Bank-Anmeldeseite führt

Früher kam Schadsoftware fast immer als Anhang: Eine angebliche Rechnung oder ein Lebenslauf lag im Postfach, ein Doppelklick genügte. Die Schutzmechanismen der Betriebssysteme haben diesen Weg zurückgedrängt, verschwunden ist er nicht. Die Angreifer haben sich deshalb etwas Einfacheres ausgedacht: Sie lassen Dich die Arbeit machen. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) beginnt mit dem Wochenrückblick vom 29. September 2026 eine Serie über Schadsoftware, und der erste Teil zeigt, wie sie heute auf Geräte gelangt.

ClickFix: die Reparatur, die keine ist

Du besuchst eine Webseite, oft eine ganz gewöhnliche, die schlecht abgesichert und manipuliert worden ist. Plötzlich erscheint ein Fenster: Das Browser-Update sei fehlgeschlagen, ein Inhalt lasse sich nicht anzeigen, oder Du müsstest bestätigen, dass Du kein Roboter bist. Daneben steht eine Anleitung, wie Du das Problem «behebst». Du sollst eine unscheinbare Tastenkombination drücken, etwas einfügen und mit der Eingabetaste bestätigen.

Was Du nicht siehst: Die Seite hat beim Öffnen bereits einen Befehl in Deine Zwischenablage kopiert. Unter Windows ist es ein PowerShell-Befehl, auf dem Mac ein Befehl für das Terminal. Sobald Du ihn ausführst, lädt er Schadsoftware nach, meistens einen sogenannten Infostealer. Der greift gespeicherte Passwörter im Browser ab, Krypto-Wallets und Sitzungsdaten, mit denen sich Angreifer ohne Passwort in Deine Konten einklinken.

Das Perfide daran: Es braucht keine Sicherheitslücke. Der Angriff funktioniert, weil Du selbst die Tür öffnest. Die Regel dagegen ist einfach: Keine Webseite verlangt jemals, dass Du Befehle von Hand eingibst. Browser-Updates kommen über die Einstellungen des Browsers, nie über eine Webseite.

Die anderen Wege auf den Computer

  • Software aus unbekannten Quellen. Programme von irgendeiner Download-Seite oder «geknackte» Versionen bringen oft ungebetene Zugaben mit.
  • Werbung in Gratis-Apps. Gerade in kostenlosen Anwendungen kann betrügerische Werbung das Gerät infizieren.
  • Browser-Erweiterungen. Sie haben oft weitreichende Rechte, bis hin zu Deinen gespeicherten Passwörtern. Eine schädliche Erweiterung kann Daten ausspionieren oder Dich auf manipulierte Seiten umleiten.
  • E-Mail-Anhänge. Seltener geworden, aber nicht verschwunden.

Smartphone und Fernseher sind auch Computer

Auf dem Smartphone ist der häufigste Weg die App aus einer unseriösen Quelle, also aus einem inoffiziellen Store oder als APK-Datei direkt aus dem Internet. Auch die offiziellen Stores filtern nicht alles heraus. Prüfe deshalb bei jeder neuen App, wer sie anbietet und ob die verlangten Berechtigungen zum Zweck passen. Eine Taschenlampe braucht keinen Zugriff auf Deine Kontakte.

Dann gibt es noch die Geräte, an die niemand denkt: Router, Überwachungskameras, Drucker, Smart-TV. Sie werden angegriffen, wenn sie veraltet sind, wenn das Standardpasswort nie geändert wurde oder wenn sie aus dem Internet erreichbar sind, etwa über eine Portweiterleitung am Router. Ein gekaperter Router kann Deinen Datenverkehr manipulieren, und gekaperte Kameras landen gern in einem Botnetz, das andere angreift.

So senkst Du das Risiko deutlich

  • Halte alles aktuell. Das gilt für Betriebssystem, Browser und Apps, aber auch für Router und Kameras.
  • Lass den Virenschutz an. Schalte die eingebauten Schutzfunktionen Deines Systems nicht ohne guten Grund ab.
  • Lade Software nur von offiziellen Quellen. Das ist der offizielle Store oder die Seite des Herstellers.
  • Gib keine Befehle ein, die Dir eine Webseite vorschlägt. Das ist der Kern jedes ClickFix-Angriffs.
  • Räume Deine Browser-Erweiterungen auf. Was Du nicht brauchst, entfernst Du.
  • Ändere die Standardpasswörter Deiner Geräte. Ein Gerät, das keine Updates mehr bekommt, ersetzt Du oder machst es nur im Heimnetz erreichbar.

Hundertprozentigen Schutz gibt es nicht, sagt auch das BACS. Aber wer diese Punkte beherzigt, macht es den Angreifern deutlich schwerer. Im nächsten Teil der Serie geht es darum, woran Du eine Infektion erkennst und was dann zu tun ist.

Quellen: BACS – Wochenrückblick Woche 39 vom 29. September 2026, «Wie Schadsoftware auf Ihr Gerät gelangt»; BACS – Wochenrückblick Woche 8 vom 24. Februar 2026, «ClickFix».

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