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Ein Kurierjob, der mit einer Verhaftung endet

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Am Montag, 21. September 2026, klingelt bei einer älteren Dame in der Stadt Schaffhausen das Telefon. Am Apparat ist der «Sicherheitsbeauftragte ihrer Bank», später ein «Mitarbeiter der Kantonspolizei», dann einer der «Kriminalpolizei». Die Geschichte ist so glaubhaft, dass die Frau keine Zweifel hat. Sie hebt mehrere Tausend Franken bei ihrer Bank ab, um das Geld einem weiteren angeblichen Mitarbeiter zu übergeben.

Dazu kommt es nicht. Die Schaffhauser Polizei kann den Betrug rechtzeitig verhindern und verhaftet zwei Männer, die das Bargeld hätten abholen sollen. So steht es in der Medienmitteilung vom 24. September 2026. Der interessanteste Satz steht am Schluss: Die beiden gaben an, das Jobangebot als Kurier über eine Online-Plattform angenommen zu haben.

Zwei Seiten einer Geschichte

Beim Telefonbetrug denken wir an die Person am Telefon. Diese Geschichte hat aber zwei Seiten. Die Hintermänner sitzen selten selbst im Auto. Für den gefährlichsten Teil der Tat, die Übergabe an der Haustür, suchen sie Leute, die von nichts wissen wollen oder tatsächlich nichts wissen. Diese Leute finden sie dort, wo Menschen nach Arbeit suchen.

Das Angebot klingt harmlos: Kurierfahrten, flexible Zeiten, guter Verdienst für wenig Aufwand. Abholen, weiterbringen, fertig. Was im Umschlag ist, spielt angeblich keine Rolle. Wer so einen Auftrag annimmt, steht am Ende vor der Tür einer betrogenen Seniorin und ist für die Polizei die einzige Person, die sie greifen kann. Die Hintermänner bleiben unerkannt, der Kurier wird verhaftet.

Woran Du ein solches Angebot erkennst

  • Der Verdienst passt nicht zur Arbeit. Viel Geld für ein paar Fahrten ist kein Glücksfall, sondern ein Warnsignal.
  • Du holst etwas bei Privatpersonen ab. Echte Kurierdienste holen keine Umschläge mit unbekanntem Inhalt bei älteren Menschen zu Hause ab.
  • Niemand sagt Dir, was Du transportierst. Ein seriöser Auftraggeber hat keinen Grund, den Inhalt zu verschweigen.
  • Die Firma bleibt unsichtbar. Es gibt keinen Vertrag, keine Adresse, keinen Handelsregistereintrag, nur Nachrichten über einen Messenger.

Die Schaffhauser Polizei formuliert es knapp: Keine zweifelhaften Jobangebote annehmen, die schnellen Verdienst für minimalen Aufwand versprechen, und keine Kurierfahrten mit Umschlägen unbekannten Inhalts durchführen, die bei Privatpersonen abgeholt werden müssen.

Und für die andere Seite

Für die Menschen am Telefon gilt, was wir hier schon oft geschrieben haben, weil es wirkt: Weder die Bank noch die Polizei holt Bargeld oder Wertsachen bei Dir ab. Wenn jemand am Telefon so etwas verlangt, legst Du auf und rufst die Stelle über eine Nummer an, die Du selbst nachgeschlagen hast. Bei der Polizei ist das die 117.

Sprich mit Deinen Eltern und Grosseltern über diese Masche, und sprich mit Deinen Kindern und deren Freunden über Kurierjobs aus dem Netz. Die Täter brauchen beide Seiten. Wenn eine davon Nein sagt, scheitert der Plan.

Quelle: Schaffhauser Polizei – Medienmitteilung «Stadt Schaffhausen: Schaffhauser Polizei verhaftet Geldkuriere» vom 24. September 2026.

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