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«Hallo Mami, mein Handy ist kaputt»: Wie iMessage gerade zur Betrugsmaschine wird

Phishing-Symbolik: Mail mit Angelhaken und Warnsymbol

Eine Nachricht von einer unbekannten Nummer. «Hallo Mami, mein altes Handy ist kaputt, das ist meine neue Nummer.» Wer Kinder hat, kennt das Bauchgefühl. Genau darauf zielen die Täter. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS, früher NCSC) meldet in seinem Wochenrückblick zur Kalenderwoche 17 wieder sehr viele Eingaben zu dieser Masche – mit einer neuen Variante: nicht mehr SMS oder WhatsApp, sondern Apples iMessage.

Warum gerade iMessage

Der Wechsel auf iMessage ist kein Zufall. Drei Gründe:

  • Kostenlos. Versand läuft übers Internet, nicht übers Mobilfunknetz. Wer 100’000 Nachrichten verschicken will, zahlt keinen Rappen.
  • Weniger Filter. Spamfilter der Mobilfunkanbieter greifen bei iMessage nicht. Apple selbst filtert nur lasch.
  • Eine Apple-ID reicht. Kein Mobilfunkvertrag, keine SIM-Karten-Logistik, kein lokaler Mittelsmann.

Wie Du den Trick erkennst

Die Absender geben sich als Sohn oder Tochter aus. Manchmal kommen sie auf Schweizerdeutsch, das soll Vertrauen schaffen. Nach dem ersten «Hallo Mami» folgt rasch eine Geldforderung: dringende Rechnung, Handy-Kauf, eine kurzfristige Notlage. Bezahlung bitte sofort und an ein unbekanntes Konto.

Drei Indizien, die die Masche verraten:

  • Ausländische Vorwahlen. Philippinen +63 oder Marokko +212 sind aktuell häufig.
  • iCloud-E-Mail-Adressen statt Telefonnummern. Wer von irgendwas@icloud.com mit «Hallo Mami» schreibt, ist nicht Dein Kind.
  • Druck auf Sofort-Überweisung. An Dir unbekannte Bankverbindungen, oft mit einer Begründung, die Mitleid erzeugt.

Die Twint-Variante – gefährlicher als reine Geldforderung

Eine Spezialvariante zielt nicht auf eine einmalige Überweisung, sondern auf die Übernahme Deines Twint-Kontos. Die Täter geben vor, einen Aktivierungscode oder eine PIN zu brauchen – angeblich, weil das eigene Twint nach dem Handy-Verlust nicht mehr funktioniere. Wer den Code weitergibt, verliert die Kontrolle über sein Konto. Der Schaden ist nicht auf den einmal überwiesenen Betrag begrenzt, sondern reicht so weit, wie das Tageslimit der Bank reicht.

Was wirklich hilft

  • Kein Vertrauen ohne Verifikation. Ruf die Dir bekannte Nummer Deiner Tochter oder Deines Sohnes an, bevor Du irgendetwas tust. Auf der bekannten Nummer, nicht der neuen.
  • Niemals Codes weitergeben. Aktivierungscodes, PINs, SMS-TANs – nichts davon hat in einer fremden Nachricht etwas zu suchen. Auch nicht, wenn der Absender drängelt.
  • Keine Überweisungen an unbekannte Konten. Auch nicht «nur kurz, ich erkläre es Dir nachher».
  • Spam melden. iMessage hat eine Melde-Funktion. Nutz sie. Das hilft Apple und allen anderen.

Falls Du selbst betroffen bist: Sperre via Banking-App sofort die Karte und kontaktier Deinen Twint-Anbieter. Je früher, desto eher hält jemand das Geld noch auf.


Quelle: Bundesamt für Cybersicherheit BACS, Wochenrückblick KW 17 vom 28.04.2026 – ncsc.admin.ch.

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