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24 Milliarden Zugangsdaten, offen im Netz: Warum Dein Passwort längst geleakt ist

Passwort-Sicherheit: Tresor mit Master-Passwort und generierten Passwoertern

Stell Dir eine ungeschützte Datenbank vor, gross wie ein Hochregallager – und darin liegen rund 24 Milliarden Zugangsdaten, frei zugänglich für jeden, der die Adresse kennt. Genau das entdeckten Sicherheitsforscher Mitte Juni 2026: über 8 Terabyte an Benutzernamen, E-Mail-Adressen, Passwörtern und den dazugehörigen Login-Adressen, offen im Netz. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch ein Passwort von Dir darin steckt, ist unangenehm hoch.

Was da genau gefunden wurde

Die Forscher von Cybernews stiessen am 12.06.2026 auf eine der grössten je offen liegenden Sammlungen dieser Art. Der überwiegende Teil stammt aus sogenannten Infostealer-Logs – das sind die Beutestücke von Schadsoftware, die auf infizierten Rechnern still gespeicherte Passwörter und Browser-Daten absaugt. Die Datensätze kamen aus 36 Quellen zusammen, darunter Telegram-Kanäle und zusammengewürfelte Breach-Sammlungen; allein rund 1,7 Milliarden Datensätze stammten aus einschlägigen Telegram-Kanälen.

Wichtig zur Einordnung: Das ist kein neuer Einbruch bei einem einzelnen Anbieter, sondern eine Aggregation – eine Zusammenführung von bereits gestohlenen Daten aus vielen alten und neuen Lecks. Die Datenbank wurde kurz nach der Entdeckung vom Netz genommen. Das Problem verschwindet damit aber nicht, denn die Daten sind längst in Umlauf.

Warum das auch Dich betrifft, selbst ohne «gehackt» worden zu sein

Das eigentliche Risiko heisst Credential Stuffing. Angreifer nehmen ein geleaktes Passwort und probieren es automatisiert bei Dutzenden anderen Diensten durch – Mail, Online-Shop, soziale Medien, Banking. Wer dasselbe Passwort mehrfach verwendet, gibt damit jedem Angreifer einen Generalschlüssel in die Hand. Ein einziges altes Leck reicht, und Konten fallen wie Dominosteine, die Du längst vergessen hast.

Was Du jetzt konkret tun solltest

  • Jedes Konto bekommt ein eigenes Passwort. Das merkt sich kein Mensch – dafür gibt es Passwort-Manager. Einer für alles, und Du musst Dir nur noch ein einziges starkes Passwort merken.
  • Schalte die Zwei-Faktor-Anmeldung ein, überall wo es geht. Selbst ein geknacktes Passwort nützt dem Angreifer dann wenig, weil der zweite Faktor fehlt.
  • Prüfe, ob Deine Adresse betroffen ist, etwa über einen seriösen Leak-Checker, und ändere bei Treffern sofort das Passwort – und alle Stellen, wo Du dasselbe verwendet hast.
  • Hol Dir keine Infostealer ins Haus. Die meisten dieser Daten stammen von Schadsoftware aus dubiosen Downloads, geknackter Software und gefälschten Installern. Lade nur aus offiziellen Quellen.

Fazit

24 Milliarden Datensätze sind keine abstrakte Zahl, sondern die Summe vieler kleiner Nachlässigkeiten: dasselbe Passwort hier, ein dubioser Download dort. Du kannst nicht verhindern, dass Dienste irgendwann Daten verlieren – aber Du kannst dafür sorgen, dass ein einzelnes Leck nicht gleich Dein halbes digitales Leben mitreisst. Einzigartige Passwörter und ein zweiter Faktor sind dafür der wirksamste und billigste Schutz, den es gibt.

Quelle: Cybernews, «24 billion credentials data leak» (Entdeckung 12.06.2026); ergänzend Malwarebytes Labs (Juni 2026).

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