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Least Privilege: Warum nicht jeder Admin sein sollte

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Stell Dir vor, in Deinem Betrieb hat jede Person den Generalschlüssel zum ganzen Haus. Praktisch, solange nichts passiert. Aber sobald ein einziger dieser Schlüssel verloren geht oder in falsche Hände gerät, steht nicht ein Zimmer offen, sondern jedes. Genau so verhält es sich mit Administratorrechten in der IT. Und trotzdem laufen in erschreckend vielen Firmen die täglichen Arbeitskonten mit vollen Rechten.

Das Prinzip der minimalen Berechtigung, auf Englisch Least Privilege, dreht diese Logik um: Jedes Konto bekommt genau die Rechte, die es für seine Aufgabe braucht. Nicht mehr. Es klingt nach Bürokratie, ist aber eine der wirksamsten und billigsten Sicherheitsmassnahmen überhaupt.

Warum volle Rechte im Alltag gefährlich sind

Schadsoftware handelt mit den Rechten der Person, die sie versehentlich startet. Klickt eine Sachbearbeiterin mit Administratorkonto auf den falschen Anhang, darf die Schadsoftware alles, was die Sachbearbeiterin darf: Programme installieren, Schutzfunktionen abschalten, sich im Netzwerk ausbreiten. Läuft dasselbe Konto mit normalen Rechten, bleibt der Schaden meist lokal und beherrschbar. Der Unterschied entscheidet oft darüber, ob aus einem Zwischenfall ein Totalschaden wird.

Least Privilege in der Praxis

  • Für die tägliche Arbeit ein normales Benutzerkonto, für administrative Aufgaben ein getrenntes Admin-Konto. Nie beides in einem.
  • Rechte an die Rolle binden, nicht an die Person. Wer die Rolle wechselt, verliert die alten Rechte automatisch.
  • Zugänge, die niemand mehr braucht, konsequent entziehen. Besonders bei Austritten und beim Ende von Projekten.
  • Erhöhte Rechte nur auf Zeit vergeben, nicht auf Dauer. Wer heute einmal etwas installieren muss, braucht dafür nicht für immer Administratorrechte.

Der häufigste Einwand lautet: «Das ist zu umständlich.» In der Praxis ist es das selten. Moderne Systeme erlauben es, erhöhte Rechte gezielt und nachvollziehbar anzufordern, statt sie pauschal zu verteilen. Der Aufwand entsteht einmal beim Einrichten. Der Ausfall nach einem Vorfall mit einem Konto, das zu viele Rechte hatte, kostet ein Vielfaches.

Was Du diese Woche tun kannst

Schau nach, wie viele Konten in Deinem Betrieb Administratorrechte haben, und frage bei jedem: Braucht diese Person diese Rechte wirklich täglich? In den meisten Fällen lautet die ehrliche Antwort nein. Jedes Konto, das Du von vollen auf normale Rechte zurückstufst, verkleinert die Angriffsfläche, ohne einen Franken zu kosten.

Quelle und weiterführend: Nationales Zentrum für Cybersicherheit (NCSC), Leitfaden zu Zugriffsrechten und Kontenverwaltung, ncsc.admin.ch.

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