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Backup ist nicht Wiederherstellung: Was Disaster Recovery wirklich heisst

AirGap-Architektur Diagramm: Produktivnetz physisch getrennt vom UCC Secure Vault, keine Kommunikationspfade dazwischen

Viele Betriebe glauben, sie seien abgesichert, weil sie ein Backup haben. Dann kommt der Ernstfall, und es zeigt sich: Ein Backup zu besitzen und im Notfall wieder arbeitsfähig zu sein, sind zwei völlig verschiedene Dinge. Das eine ist eine Kopie. Das andere ist ein Plan.

Backup und Wiederherstellung sind nicht dasselbe

Ein Backup ist die Kopie Deiner Daten an einem sicheren Ort. Disaster Recovery ist die Antwort auf die Frage: Wie kommt der Betrieb nach einem Totalausfall in welcher Zeit wieder zum Laufen? Ein Backup ist die Zutat. Disaster Recovery ist das Rezept, das Personen, Reihenfolgen und Fristen festlegt. Wer nur die Zutat hat, steht im Ernstfall trotzdem in der Küche und weiss nicht, wo anfangen.

Zwei Zahlen, die jeder Betrieb kennen sollte

Zwei Grössen machen den Unterschied greifbar. Die maximal tolerierbare Ausfallzeit beschreibt, wie lange ein System stillstehen darf, bevor es wirklich weh tut. Der maximal tolerierbare Datenverlust beschreibt, wie viel Arbeit verloren gehen darf, gemessen in Zeit. Ein tägliches Backup bedeutet im schlechtesten Fall einen ganzen Tag verlorene Arbeit. Ist das für die Buchhaltung tragbar? Für die Auftragsdatenbank? Diese Fragen beantwortet man besser vorher als mitten im Schaden.

Der Test, den kaum jemand macht

Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist eine Hoffnung, kein Schutz. Wir sehen es immer wieder: Die Sicherung lief jahrelang brav, und im Ernstfall stellt sich heraus, dass sie unvollständig war, das Passwort fehlt oder die Wiederherstellung drei Tage dauert. Ein Rückspiel-Test einmal im Jahr, an echten Daten, deckt genau das auf, solange es noch nicht drauf ankommt.

Was Du mitnehmen solltest

  • Lege fest, wie lange jedes wichtige System höchstens stillstehen darf und wie viel Datenverlust tragbar ist.
  • Halte die Wiederherstellung als Ablauf fest: Wer macht was, in welcher Reihenfolge, mit welchen Zugängen?
  • Teste das Rückspielen mindestens einmal im Jahr an echten Daten, nicht nur auf dem Papier.
  • Bewahre mindestens eine Sicherung getrennt und offline auf, damit Schadsoftware sie nicht ebenfalls verschlüsselt.

Ein Backup schützt Deine Daten. Erst ein geübter Wiederherstellungsplan schützt Deinen Betrieb. Der Unterschied entscheidet, ob ein Zwischenfall ein schlechter Tag wird oder ein schlechtes Quartal.

Quelle und weiterführend: Nationales Zentrum für Cybersicherheit (NCSC), Empfehlungen zu Datensicherung und Notfallplanung, ncsc.admin.ch.

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