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Der Traumjob, der Dich ausnimmt: Drei Maschen gegen Stellensuchende

Phishing-Symbolik: Mail mit Angelhaken und Warnsymbol

Die Jobsuche ist ohnehin ein Nervenspiel – Bewerbung schreiben, hoffen, warten. Genau in diese Anspannung zielen Betrüger. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) hat in seinem Wochenrückblick gleich drei Maschen dokumentiert, die es auf Stellensuchende abgesehen haben. Alle drei tarnen sich als ganz normaler Bewerbungsprozess – und alle drei kosten Dich am Ende mehr als nur Zeit.

Masche 1: Das gefälschte Interview-Login

Du bekommst ein Jobinserat, wirst zu einem Telefoninterview eingeladen und sollst den Termin «kurz per Google-Kalender bestätigen». Beim Klick öffnet sich ein täuschend echtes Login-Fenster – nur die Adresse in der Browserzeile stimmt nicht. Wer dort seine Zugangsdaten eingibt, übergibt sein komplettes Google-Konto an die Angreifer. Mail, Kontakte, Fotos, verknüpfte Dienste: alles weg, in dem Moment, in dem Du auf «Anmelden» klickst.

Masche 2: Der «Warenagent»

Hier lockt ein Inserat einer vermeintlichen «Schweizer Sozialhilfe» mit einer bequemen Home-Office-Tätigkeit: Pakete entgegennehmen und weiterversenden, gutes Geld für wenig Aufwand. Nach ein paar Mails wechselt der Kontakt auf WhatsApp, und plötzlich sollst Du eine Ausweiskopie schicken. Damit bist Du keine Mitarbeiterin und kein Mitarbeiter, sondern ein Werkzeug: Deine Identität wird für Warenumleitung und für Online-Einkäufe mit gestohlenen Kreditkarten missbraucht. Die Pakete, die Du weiterleitest, sind Diebesgut – und Deine Adresse steht drauf.

Masche 3: Der Recruiter mit dem vergifteten Code

Diese Variante zielt auf Fachleute, besonders aus der IT. Ein angeblicher Personalvermittler meldet sich über LinkedIn, oft von einem echt wirkenden, gekaperten Profil, und bietet eine attraktive technische Stelle an. Als «kleine Programmieraufgabe» sollst Du ein Repository von GitHub herunterladen und ausführen. Im Code steckt ein Infostealer – Schadsoftware, die im Hintergrund Krypto-Wallets, gespeicherte Zugangsdaten und Browser-Cookies absaugt. Das Tückische: Es fühlt sich nach branchenüblichem Vorgehen an. Genau deshalb funktioniert es.

Woran Du alle drei erkennst

Die Maschen sind unterschiedlich, das Muster dahinter ist dasselbe: Es geht zu schnell, zu freundlich und zu früh um Deine Daten, Dein Geld oder Deinen Computer. Ein seriöses Unternehmen verlangt im Bewerbungsprozess weder Ausweiskopien per WhatsApp noch das Ausführen von fremdem Code, und ein Kalender-Eintrag braucht nie ein neues Passwort.

Was Du tun solltest

  • Gib Daten von Dir nicht zu früh preis – kein Ausweis, keine Kontonummer, keine Kopien, bevor das Arbeitsverhältnis real ist.
  • Leiste niemals Vorauszahlungen und nimm keine Pakete für Fremde entgegen.
  • Brich sofort ab, wenn ein Virenscanner Alarm schlägt, und führe keine unbekannten Links oder Befehle aus.
  • Prüfe die Firma über ihre offiziellen Kontaktdaten – nicht über die Nummer aus dem Inserat.
  • Kontrolliere die Datenschutz-Einstellungen Deiner sozialen Medien, damit Du als Ziel weniger leicht zu profilieren bist.

Fazit

Wer einen Job sucht, will weiterkommen, nicht misstrauisch sein. Betrüger wissen das und spielen es aus. Die gute Nachricht: Alle drei Maschen scheitern an derselben einfachen Regel – im Zweifel langsamer werden und nichts herausgeben, was ein seriöser Arbeitgeber im Bewerbungsschritt gar nicht braucht. Wenn ein Angebot zu reibungslos und zu grosszügig klingt, ist genau das die Warnung.

Quelle: Bundesamt für Cybersicherheit BACS, Wochenrückblick (Meldung vom 09.06.2026).

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